{"id":4654,"date":"2019-09-23T12:30:36","date_gmt":"2019-09-23T12:30:36","guid":{"rendered":"http:\/\/zieltext.ch.mc18l2903.dnh.net\/macht-der-helevtismen\/"},"modified":"2019-09-23T12:30:36","modified_gmt":"2019-09-23T12:30:36","slug":"macht-der-helevtismen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zieltext.ch\/fr\/macht-der-helevtismen\/","title":{"rendered":"Die Macht der Helvetismen"},"content":{"rendered":"<h2>Grillen Sie noch oder grillieren Sie schon?<\/h2>\n<p>Erinnern Sie sich an die Sommerkampagne\u00a0von <strong>Coop<\/strong>? Mit dem Claim\u00a0\u201e<em>Jetzt chame grille<\/em>\u201c sollten\u00a0wir zum Kauf von Spiessli und Co. animiert werden.\u00a0Nun wird bei uns aber\u00a0nicht gegrillt, sondern\u00a0grilliert. Ein scheinbar kleiner Fauxpas einer deutschen Werbeagentur, die es nicht besser wusste, der jedoch f\u00fcr\u00a0un\u00fcberh\u00f6rbaren Unmut unter den KonsumentInnen\u00a0sorgte. Coop passte die Kampagne nachtr\u00e4glich an \u2013 und wir haben seitdem ein perfektes Beispiel parat, um unseren KundInnen zu erkl\u00e4ren, warum <strong>nur\u00a0Schweizer \u00dcbersetzerInnen<\/strong> eine\u00a0authentische Lokalisierung durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Lokalisierung f\u00fcr die Schweiz: Die Macht der Helvetismen<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich verstehen wir eine Werbekampagne, die ein tolles Fahrrad anpreist. Angesprochen f\u00fchlen wir uns davon jedoch nicht, denn wenn wir in die Pedale treten, sind wir mit dem\u00a0<strong>Velo<\/strong> unterwegs. Umgekehrt w\u00e4re es genauso, oder glauben Sie, dass ein\u00a0<strong>Veloverleih in Berlin<\/strong>\u00a0viele KundInnen anziehen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Coop hatte mit dem eingangs erw\u00e4hnten Claim zwar die\u00a0<strong>Relevanz<\/strong> der\u00a0<strong>Lokalisierung<\/strong> seiner Kampagne erkannt, bei der Umsetzung wurde jedoch offensichtlich auf eine\u00a0\u00dcberpr\u00fcfung durch MuttersprachlerInnen verzichtet. Diese h\u00e4tten n\u00e4mlich sofort\u00a0erkannt, dass das Wort \u201egrille\u201c\u00a0\u2013 zumindest als Verb \u2013\u00a0die meisten SchweizerInnen immer noch irritiert.<\/p>\n<p><strong>Helvetismen<\/strong> wie \u201egrillieren\u201c sind \u00fcbrigens vollwertige Mitglieder der\u00a0<strong>deutschen Standardsprache<\/strong>, die sich in drei Variet\u00e4ten gliedert: Neben\u00a0<strong>bundesdeutschem Deutsch<\/strong> gelten auch\u00a0<strong>Schweizer Hochdeutsch<\/strong> und\u00a0<strong>\u00f6sterreichisches Deutsch<\/strong> als gleichberechtigte\u00a0nationale <strong>Standardvariet\u00e4ten<\/strong>. Helvetismen sind also keineswegs mit\u00a0<strong>Mundart<\/strong> gleichzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Tipp<\/strong>: Ob ein Ausdruck der\u00a0<strong>Standardsprache<\/strong> angeh\u00f6rt, kann ganz einfach in der\u00a0<a href=\"http:\/\/mediawiki.ids-mannheim.de\/VarGra\/index.php\/Start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Variantengrammatik des Standarddeutschen<\/a>\u00a0\u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Sprache, vielseitige Sprache\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>An Weihnachten werden in\u00a0<strong>Deutschland Pl\u00e4tzchen<\/strong>,\u00a0in\u00a0<strong>\u00d6sterreich Kekserl<\/strong> und in der\u00a0<strong>Schweiz Guetzli<\/strong> gebacken. Und w\u00e4hrend sich in \u00d6sterreich und Deutschland Kinder auf den\u00a0<strong>Nikolaus<\/strong> freuen, klopft in der Deutschschweiz der\u00a0<strong>Samichlaus<\/strong> an die T\u00fcr und bringt Sch\u00f6ggeli,\u00a0Mandarinli und N\u00fcssli.<\/p>\n<p>Ob es m\u00f6glich w\u00e4re, eine Weihnachtskampagne mit ein und demselben Wording f\u00fcr die gesamte\u00a0<strong>DACH-Region<\/strong> zu verwenden? Klar. Ob die Kampagne zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchren wird? Ganz sicher nicht. Wenn Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrem Unternehmen\u00a0<strong>globale M\u00e4rkte<\/strong> erschliessen m\u00f6chten, m\u00fcssen Sie sichergehen, dass Sie dort auch richtig verstanden werden.<\/p>\n<p><strong>Lokalisierung versus \u00dcbersetzung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lokalisierung<\/strong> gibt sich nicht mit der\u00a0<strong>blossen \u00dcbersetzung<\/strong> zufrieden, sondern passt die Inhalte an den jeweiligen\u00a0<strong>Zielmarkt\u00a0<\/strong>an. Daf\u00fcr ist eine sorgf\u00e4ltige\u00a0<strong>Analyse des Textes<\/strong> erforderlich, um sicherzustellen, dass die\u00a0<strong>Kernbotschaften des Ausgangstextes<\/strong> auch in der\u00a0<strong>Zielsprache korrekt<\/strong> <strong>kommuniziert<\/strong> werden. Dieser Prozess gew\u00e4hrleistet, dass eine Kampagne auch in anderen M\u00e4rkten \u201efunktioniert\u201c \u2013 inhaltlich sowie linguistisch.<\/p>\n<p>Eine\u00a0<strong>\u00dcbersetzung<\/strong> ist die (sinngem\u00e4sse und mehr oder weniger\u00a0wortgetreue) Wiedergabe eines Textes in einer anderen Sprache. Doch auch wenn eine \u00dcbersetzung grammatikalisch richtig ist, heisst das noch lange nicht, dass die Botschaft richtig ankommt \u2013 wie uns das\u00a0<strong>Beispiel des frierenden Eisb\u00e4ren<\/strong> zeigt:<\/p>\n<p>Bei einer Werbekampagne f\u00fcr besonders gut isolierende Fenster kam ein Eisb\u00e4r zum Einsatz. \u201eIch bin doch kein Eisb\u00e4r\u201c, lautete die Aussage dazu (gemeint ist:\u00a0\u201eIch habe kein dickes Fell und will nicht frieren, deshalb leiste ich mir Fenster der Firma XY\u201c \u2026). Der Kunde w\u00fcnschte die wortw\u00f6rtliche \u00dcbersetzung f\u00fcr die franz\u00f6sische Schweiz. Als SprachspezialistInnen wussten wir jedoch, dass die Romands bei Eisesk\u00e4lte nicht an Eisb\u00e4ren, sondern an Pinguine denken. Der Kunde nahm unsere Kenntnis dieser Finesse dankbar auf und formulierte die Kampagne entsprechend um.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong>:\u00a0Die wortw\u00f6rtliche \u00dcbersetzung w\u00e4re in diesem Fall zwar korrekt, aber nicht wirksam gewesen. Das Unternehmen h\u00e4tte treffsicher an seiner\u00a0<strong>Zielgruppe vorbei kommuniziert<\/strong>\u00a0und erhebliche Streuverluste davongetragen.<\/p>\n<p><strong>Gute \u00dcbersetzerInnen kennen die regionalen Eigenheiten des Ziellandes\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Glauben Sie, dass englische \u00dcbersetzerInnen, die noch nie in\u00a0den Alpen waren, den Begriff\u00a0<strong>Schutzwald<\/strong> kennen? Selbst wenn ihre Muttersprache Englisch ist, werden sie spezifische politische, rechtliche, geografische oder kulturelle Inhalte vermutlich nicht richtig benennen und einordnen. Ein Engl\u00e4nder oder eine Engl\u00e4nderin, der\/die l\u00e4ngere Zeit in der Schweiz verbracht hat\u00a0und vielleicht sogar schon mit eigenen Augen eine Lawine hat zu Tal donnern sehen, hingegen schon. Vergewissern Sie sich, dass Ihre\u00a0\u00dcbersetzerInnen die regionalen Eigenheiten des Ziellandes genauso gut kennen wie dessen Sprache.<\/p>\n<p><strong>Alle Sprachen, alle Fachgebiete? Lieber nicht.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong>:\u00a0\u00dcbersetzung ist nicht gleich \u00dcbersetzung. Oft sind es nur\u00a0Nuancen, doch genau diese Feinheiten sorgen daf\u00fcr, dass Ihr Text richtig verstanden wird. Und genau daf\u00fcr sind wir, die\u00a0<strong>SprachspezialistInnen<\/strong>, f\u00fcr Sie da.\u00a0Fachlich sind wir \u00fcbrigens auf\u00a0Nachhaltigkeit\u00a0spezialisiert. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum auch beim\u00a0Thema Nachhaltigkeit die\u00a0<strong>richtige Wortwahl<\/strong> eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle spielt.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\">In unserer Brosch\u00fcre finden Sie\u00a010 Tipps,<br \/>\nwie Sie den\/die\u00a0geeignete\/n \u00dcbersetzungspartner\/in f\u00fcr Ihr Projekt finden.<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/comtrans.ch\/fr\/10-conseils\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #ff9900;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Zur Brosch\u00fcre &gt;&gt;<\/span><\/span><\/a><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grillen Sie noch oder grillieren Sie schon? Erinnern Sie sich an die Sommerkampagne\u00a0von Coop? Mit dem Claim\u00a0\u201eJetzt chame grille\u201c sollten\u00a0wir zum Kauf von Spiessli und Co. animiert werden.\u00a0Nun wird bei uns aber\u00a0nicht gegrillt, sondern\u00a0grilliert. 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